Was die neu­en You­Tube-AGBs wirk­lich ver­än­dern

Maximilian

Was die neuen YouTube-AGBs wirklich verändern

YouTube macht Videos zur Nebensache: Mit der Anpassung der AGB am 01.06.2021 sicherte sich der US-Konzern das Recht auf Monetarisierung und kann nun beliebig über Zeitpunkt und Art von Fremdwerbung in Videos entscheiden. Welche Konsequenzen das hat, erfährst Du in unserer kurzen Zusammenfassung.

Big Brother is Watching. Was einst im Literaturklassiker von George Orwell als angsteinflößende Dystopie geschildert wurde, findet schleichend Einzug in die größte Videoplattform der Welt. Statt einem dezentralen System, bei dem Content-Produzenten selbst über ihre Inhalte entscheiden können, behält YouTube bewusst die Kontrolle. Das wirkt sich vor allem negativ auf Unternehmen aus. Was früher als effektive VideoWas hinter deplattform galt, erweist sich mehr und mehr als Friedhof der Markenkommunikation.

Das mit 01. Juni 2021 in Kraft getretene Update der AGB sorgte schon jetzt für umfassende Veränderungen. Diese benachteiligen vor allem Unternehmen und Content-Produzenten, die nicht Teil des YouTube-Partnerprogramms sind. Werbeeinnahmen werden nämlich künftig nur an einen selektierten Kreis ausgeschüttet. Andere Videos bleiben dabei aber nicht von Unterbrechungen verschont – die Einnahmen gehen in diesem Fall zu 100% an den US-Anbieter selbst.

Für Unternehmen schafft das neue Probleme: Waren zuvor Inhalte nur dann mit Werbung versehen, wenn es der Content-Produzent auch wirklich wollte, kann YouTube nun ohne Interventionsmöglichkeiten Spots platzieren. Eine gesteigerte Menge an Werbeunterbrechungen ist jedoch nicht das einzige negative Resultat dieser Veränderung. Immer öfter führt es auch zu skurrilen Szenarien, in denen Videokonsumenten eines Markenprodukts Einblendungen von Konkurrenzunternehmen erhalten. Ein VW-Spot in einem BMW-Video? Die neue Welt von YouTube macht es möglich.

Die Anpassung der AGB ist nur eine von zahlreichen Veränderungen, die erfolgreiche Kommunikation über YouTube erschweren. Beispielsweise mussten viele Unternehmen durch Änderungen am Algorithmus teilweise fatale Reichweiteneinbußen hinnehmen. Die Devise des US-Konzerns ist offensichtlich: die kompromisslose Maximierung des eigenen Profits. Das führt allerdings dazu, dass Klein- und Mittelbetriebe zunehmend auf der Strecke bleiben. Es ist ein Spiel, bei dem es langfristig nur einen Gewinner geben kann. Für Unternehmen empfiehlt sich letztlich nur ein zeitnaher Absprung, ehe das „System YouTube“ weitere neue Probleme erschaffen kann.