Daten­schutz in Euro­pa: Ste­cken wir in einer Kri­se?

Maximilian

Datenschutz in Europa feiert sein Jubiläum. Zum Datenschutztag blicken wir auf fast vier Jahre DSGVO zurück. Dabei zeigen wir auf, was sich speziell für Unternehmen getan hat und welche Risiken sie beachten sollten.

Der 25. Mai 2018 wird wohl für den europäischen Datenschutz in die Geschichte eingehen. Schließlich markiert das offizielle Inkrafttreten der DSGVO einen Schlüsselmoment im Umgang mit personenbezogenen Informationen. Vier Jahre später sorgt sie aber bei Unternehmen weiterhin für Kontroversen und Ungewissheit. In einer kürzlich durchgeführten Studie von Deloitte gaben 78% der österreichischen Unternehmen an, beim Thema Datenschutz gut aufgestellt zu sein. Rund zwei Drittel waren zudem (nach eigener Aussage) im vergangenen Jahr von keinem Datenschutzvorfall betroffen. In vielen Fällen ein kostspieliger Trugschluss.

Der Wert von Nutzerdaten

€1 Milliarde. So viel mussten Unternehmen im Jahr 2021 wegen Verstößen gegen die DSGVO auf den Tisch legen. Während aber einige große Player wie Google Analytics, Mailchimp, und Jö Schlagzeilen machten, entgingen viele andere dem öffentlichen Auge. Insgesamt wurden seit 2018 in nur 10 Ländern Europas bereits 752 Datenschutzstrafen verhängt. Angesichts bisheriger Entwicklungen ist der Wert wohl nur ein Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Jahren erwartet.

Zum Vergleich: Der Betrag von €1 Milliarde stellt ein massives Wachstum im Vergleich zu den €171 Millionen im Vorjahr dar. Die Statistik wird noch dramatischer, wenn man zurück zur Einführung im Jahr 2018 blickt, in dem sich die Gesamtstrafen auf €436.388 beliefen. Um das in Perspektive zu setzen:

  • In den letzten zehn Jahren stiegen Mietpreise um 44% – wir sprechen von einer Wohnkrise.
  • Im gleichen Zeitraum stieg das allgemeine Preisniveau um 20% – wir sprechen von einer Kostenexplosion bei essenziellen Einkäufen.

In nur vier Jahren stieg das Maß an DSGVO-Strafen um rund 240.000% – auf nun fast €3 Millionen pro Tag. Können wir also von einer Datenschutzkrise reden?

Ein hausgemachtes Problem

Was können Unternehmen nun tun, um sich selbst zu schützen? In erster Linie wäre es der falsche Weg, gegen die Strafen der DSGVO zu rebellieren – sie sind das Symptom und nicht das Problem. Stattdessen sollten sie lieber ihren Fokus auf die tatsächliche Ursache legen. Es gilt, das Wohlergehen und das Vertrauen ihrer Kunden und Partner als oberste Priorität zu sehen. Dazu zählt auch ein verantwortungsvoller Umgang mit personenbezogenen Daten und der bewusste Einsatz von vertrauenswürdigen Dienstleistern. Speziell im Hinblick auf Digital Video bedeutet das die Verwendung einer Lösung, die sicheren Datentransfer gewährleistet und auf Serverstrukturen innerhalb Europas setzt.

Unsere Bilanz zum Jubliäum? Im Vergleich zum Vorjahr hat sich sowohl sehr viel als auch sehr wenig getan. Sehr viel bei empfindlichen Strafen gegen Unternehmen, die den neuen Vorgaben gleichgültig begegneten. Sehr wenig, wenn es um den Schutz individueller Daten geht. Laut Umfrage von Deloitte planen für 2022 fast 60% der befragten österreichischen Unternehmen Projekte, die ihre Datensicherheit verbessern sollen. Eine Trendwende ist also möglich – wir müssen nur aktiv werden.

Quellen & weiterführende Informationen:

https://www.horizont.at/digital/news/selbstueberschaetzung-grossteil-der-unternehmen-fuehlt-sich-datenschutz-sicher-87211

https://atlasvpn.com/blog/gdpr-fines-hit-over-1-billion-in-2021

https://www.enforcementtracker.com/