Ver­trau­en in Kri­sen: Zeit für den Tur­naround

Maximilian

Vertrauen ist in Krisenzeiten essenziell. Während Unternehmen oft bemüht sind, sich nahbar und authentisch zu zeigen, wird es laut Führungskräften dennoch immer schwieriger, Zuversicht bei Kunden aufzubauen und zu erhalten. Nicht selten werden dazu aber wichtige Faktoren missachtet.

Für Konsumenten jagt aktuell eine Negativschlagzeile die nächste. Lebenskosten explodieren, die allgemeine Sicherheit ist fragiler als angenommen und Vertrauen wird mehr und mehr zu einem kostbaren, unersetzlichen Gut. Doch gerade das stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung: Wie kann Vertrauen nachhaltig aufgebaut werden? Speziell in Europa gewinnen drei Faktoren zunehmend an Relevanz: Datenschutz, Klimaschutz und Regionalität

Datenschutz, der Vertrauenshüter

2021 gaben in einer Studie von Statista weltweit 66% der Befragten an, dass Technologieunternehmen zu viel Kontrolle über ihre persönlichen Daten haben. Nur 6% meinten indessen, dass sie dieser Auffassung widersprechen. Ein Resultat, das Bände spricht und zugleich wenig überrascht. Insbesondere Technologiekonzerne standen in den vergangenen Jahren bei den Themen Datenschutz und Verbraucherethik stark im öffentlichen Fokus. Die allgemeine Skepsis der Konsumenten ist daraus die logische Konsequenz.

Angesichts solcher Verstöße weht Unternehmen ein zunehmend rauer Wind entgegen. In seinem Trust Report veröffentlichte der US-Software-Hersteller Adobe eine Studie über die Rolle von Vertrauen bei Kundenbeziehungen. Demnach sei es nach sieben von zehn Führungskräften in Deutschland mittlerweile schwieriger, Vertrauen aufzubauen und zu erhalten als noch vor zwei Jahren. Vonseiten der Konsumenten gaben fast die Hälfte der Befragten an, nach einem Vertrauensbruch nicht mehr bei einer Marke zu kaufen. Die langfristigen negativen Konsequenzen eines unachtsamen Umgangs mit personenbezogenen Daten sollten also keineswegs unterschätzt werden.

Klimaschutz, der Vertrauensschaffer

Die große Cloud wirft ihren Schatten und wir stehen direkt darunter. Die zunehmende Digitalisierung geht aktuell mit wachsender Klimabelastung Hand in Hand. Jedes YouTube-Video, jeder Zoom-Call und selbst jede Google-Suche ist ein kleiner Tropfen, der das Fass weiter zum Überlaufen bringt. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts erzeugt Streaming abhängig von der Internetanbindung bis zu 90 Gramm CO2 pro Stunde. Eine Zahl, die angesichts der Nutzungsdaten großer Anbieter durchaus besorgniserregend ist.

Die andere Seite der Medaille ist aber, dass enormes Potenzial für eine klimaneutrale Videonutzung besteht – beispielsweise durch die Verwendung erneuerbarer Energien. Da der Klimawandel das größte Thema unserer Zeit darstellt, müssen sich speziell Unternehmen den neuen Anforderungen anpassen. Eine öffentlich wirksame Maßnahme wie das Pflanzen von Bäumen ist nicht mehr ausreichend, wenn sie von den Emissionen des eigenen Videoportals konterkariert wird. Nachhaltigkeit muss als gesamtheitliches Konzept gesehen werden und kann nur durch die gezielte Wahl vertrauenswürdiger Partner erreicht werden.

Regionalität, der Vertrauensförderer

Wer regional kauft, geht auf Nummer sicher – so zumindest die Denkweise bei Lebensmitteln. Und obwohl dieses Credo umso mehr im Technologiesektor gilt, machen sich viele Unternehmen immer noch von der Infrastruktur unsicherer Drittländer abhängig. Das ist zumindest der Schluss, der sich aus den Nutzungsdaten ziehen lässt. Nach einer Umfrage von Spiceworks verwenden 83 % der befragten Unternehmen eine Version von Microsoft Office. Andere US-amerikanische Lösungen wie Google Workspace erfreuen sich indessen wachsender Popularität.

Die explodierenden Öl-, Gas- und Strompreise verdeutlichten noch einmal, wie riskant eine einseitige Abhängigkeit sein kann. Während die Europäische Union nun gezielte Schritte setzt, um diesen Umstand zu verbessern, laufen wir durch unser blindes Vertrauen in US-amerikanische Technologiedienstleister in die nächste Krise. Ein starkes Europa braucht ein nachhaltig geplantes Digitalisierungskonzept. Dazu zählen auch die gezielte Förderung regionaler Dienstleister und ein umfassender Ausbau der entsprechenden Infrastruktur. Eine intransparente und fahrlässige Abgabe personenbezogener Daten ist eine bittere Niederlage für die Autonomie der Region. Vertrauen entsteht durch Nähe – und gerade deshalb müssen Daten innerhalb Europas gespeichert und verarbeitet werden.

Bekanntheit ist gut, Vertrauen ist besser

„Got Milk?“ war gestern. Speziell in der digitalen Welt bricht eine neue Ära des Vertrauens an. Es reicht nicht mehr, durch geschickte Werbemaßnahmen Aufmerksamkeit zu schaffen. Vertrauen muss nachhaltig gefördert und kultiviert werden. Mit der Nutzung datenschutzkonformer, klimafreundlicher und vor allem europäischer Softwarelösungen machen Unternehmen und Organisationen einen wichtigen Schritt zur Schaffung und Erhaltung von Vertrauen bei ihren Kunden und Partnern.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

 
Umfrageergebnisse von Statista
Artikel zu Markenvertrauen von Horizont
Fraunhofer-Gesellschaft
Artikel zu Klimaschutz
Umfrageergebnisse von Spiceworks